Hier werden ihre Fragen zum Trinkwasser beantwortet!
FAQ
Trinkwasser und wofür es gebraucht wird
Trinkwasser ist Wasser für den menschlichen Gebrauch, entweder im Naturzustand oder nach Aufbereitung. Es kann zum Trinken, Kochen und Waschen verwendet werden. Dazu muss es frei von gefährlichen Bakterien sein und die physikalischen und chemischen Parameter einhalten. Es kann lebenslang getrunken werden, ohne gesundheitliche Probleme zu verursachen. Geregelt wird es in der Trinkwasserverordnung (TrinkwV). Anmerkung: Für medizinische Zwecke ist es hingegen nicht geeignet, da es durchaus Bakterien enthält.
Basisinformationen zum Trinkwasser sind in unserer Information zusammengefasst.
Ja. Ausnahmen sind, wenn das Wasser Auffälligkeiten bei Farbe, Trübung, Geruch oder zeigt oder wenn der Wasserversorger oder das Gesundheitsamt Vorgaben macht, zum Beispiel das Wasser abzukochen. Es ist aber zu empfehlen nach längerer Stagnation, z.B. am Morgen das Wasser ablaufen zu lassen, bis es gleichmäßig kühl ist. Damit wird das Stagnationswasser in der Trinkwasserinstallation ausgetauscht und das Trinkwasser kann dann ohne weitere Maßnahmen den restlichen Tag verwendet werden.
Das ist eine schwierige Frage. Hartes Wasser enthält mehr Mineralstoffe, vor allem Calcium und Magnesium, die der Körper benötigt und gut aufnehmen kann, weil sie gelöst sind. Weiches Wasser hat günstigere Anwendungseigenschaften: So wird weniger Waschmittel benötigt, weniger Kalkablagerungen treten auf und der Kaffee oder Tee schmecken meist besser.
Die Härte ist der Gehalt an Calcium und Magnesium in Millimol pro Liter Wasser. Nach Wasch- und Reinigungsmittelgesetz (WRMG) unterscheidet man Härtebereich „weich“ mit weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter, den Härtebereich „mittel“ 1,5 bis 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter und den Härtebereich „hart“ mehr als 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter. Abhängig vom Härtebereich muss das Waschmittel dosiert werden. Ein Qualitätskriterium für das Trinkwasser ist die Härte aber nicht.
Die durchschnittliche Wasserhärte in Deutschland beträgt 2.9 Millimol pro Liter. Die DIN-Norn 1988-200 lässt eine Enthärtung ab Härtebereich 2 (1.5 Millimol/Liter Calciumcarbonat) zu, was aber wenig sinnvoll ist, weil das Trinkwasser nach Enthärtung eine Mindesthärte von ca. 1 Millimol/Liter Calciumcarbonat aufweisen sollte. Sonst entzieht das Wasser dem Körper eher Mineralstoffe als sie zu liefern. Erst wenn die Wasserhärte im Bereich „hart“ liegt mit mehr als 2,5 mmol/l Calciumcarbonat, ergibt eine Wasserenthärtung aus technischen Gründen Sinn, um Kalkablagerungen im Warmwasserbereich zu vermeiden. Zudem muss beachtet werden, das weiches Wasser meist korrosiver ist und nicht mit allen Leitungsmaterialien kompatibel ist. Eventuell ist es sinnvoll nur lokal, zum Beispiel in der Küche zu enthärten. Das UBA sieht Risiken durch die Nachbehandlung von Trinkwasser in der Trinkwasser-Installation und empfiehlt eine Installation nur in wenigen Ausnahmen.
Für die Trinkwasserinstallation gibt es zwei Verfahren: Ionentauscher- oder Membrananlagen.
Ionentauscher tauschen Calciumionen gegen Natriumionen, wodurch die Härte fällt. Dafür enthält das Trinkwasser hinterher höhere Natriumgehalte, was physiologisch ungünstig ist. Deshalb empfiehlt sich, die Härte nicht wesentlich unter 1,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter einzustellen.
Membrananlagen entsalzen das behandelte Wasser vollständig. Man erhält ein salzfreies Osmosewasser mit niedrigem pH-Wert, das Metalle in der Trinkwasseranlage angreift. Es wird daher mit Trinkwasser verschnitten, so dass ein weiches Trinkwasser erhalten wird. Ein ökologischer Nachteil ist, dass der Großteil des Wassers als Abwasser entsorgt wird.
Bei Entscheidung für eine Enthärtung sollte ein Fachfirma den Einbau vornehmen und das Gerät DVGW-geprüft sein.
Trinkwasser deckt den täglichen Bedarf. Die Grenzwerte sind so gewählt, dass es für Erwachsene, Kleinkinder und Babys für lebenslange Aufnahme geeignet ist. Mineralwasser wird zum Genuss getrunken und kann sehr unterschiedlich schmecken. Es kann in seiner Zusammensetzung für einige Parameter deutlich über den Werten der Trinkwasserverordnung liegen, je nach den geologischen Gegebenheiten. Es kommt aus geschützten Wasservorkommen und darf nur begrenzt aufbereitet werden. Wenn es für Babynahrung nicht geeignet ist, muss trägt es einen Hinweis.
Legionellen sind Bakterien, die sich in den kühleren Bereichen einer Warmwasserinstallation bilden. Beim Duschen werden sie über die Lunge aufgenommen und können eine Lungenentzündung auslösen. In der Umwelt sind sie weit verbreitet, jedoch nur in sehr geringer Anzahl, sodass sie für den Menschen nicht gefährlich sind. In erwärmtem Wasser zwischen 30 und 45 °C hingegen vermehren sie sich stark und können zur Gesundheitsgefahr werden. Betroffen sind nur zentrale Warmwassersysteme, nicht jedoch Durchlauferhitzer. Gemäß § 31 TrinkwV muss der Betreiber einer Gebäudewasserversorgungsanlage, sofern er diese gewerblich betreibt (z. B. durch Vermietung) oder Wasser an die Öffentlichkeit abgibt (z. B. in Restaurants), das Wasser auf Legionellen untersuchen lassen. Dies gilt jedoch nur, wenn der Warmwasserspeicher mehr als 400 Liter fasst oder wenn Endstränge mit mehr als drei Litern in der Installation vorhanden sind. Auch neu erstellte Anlagen in Mehrfamilienhäusern müssen untersucht werden. Dabei werden mehrere Proben entnommen und untersucht. Wird der Maßnahmenwert von 100 Legionellen pro 100 Milliliter Wasser überschritten, hat der Betreiber gemäß § 51 TrinkwV verschiedene Pflichten zu erfüllen (Informationspflichten, Erstellung einer Gefährdungsanalyse)
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Haben Sie Probleme mit dem Trinkwasser?
Ein derartiges Wasser hat kein Trinkwasserqualität. Man sollte in Stufen vorgehen. Zuerst das Wasser stark ablaufen lassen und sehen ob es klar wird. Falls, es innerhalb von ca. 10 min wieder unauffällig ist, war die Verunreinigung temporär und lokal. Dieses kann zum Beispiel nach einer Absperrung oder Arbeiten an der Leitung der Fall sein.
Ist es weiterhin auffällig, ist der Versorger oder das Gesundheitsamt zu informieren. Der Versorger wird Mitarbeiter schicken, die den Hausanschluss prüfen und die auffällige Stelle beproben. Dabei ist der Wasserversorger nur bis zum Hauptabsperrarmatur verantwortlich, muss aber nach TrinkwV auch die Qualität am Zapfhahn des Verbrauchers kontrollieren. Im Haus, in der Trinkwasserinstallation ist der Hausbesitzer oder Vermieter der zuständige Wasserversorger. Aus der Begehung und einer Untersuchung lässt sich fast immer das Problem lokalisieren und eine geeignete Abhilfemaßnahme vorschlagen.
Ältere Trinkwasserleitungen aus verzinktem Stahl neigen zur Korrosion, wobei Eisen in das Trinkwasser übergeht, so dass dieses braun und trübe wird. Ist die Trübung erkennbar, ist auch der Trinkwasser-Grenzwert von 0,200 mg/l Eisen überschritten. Das Phänomen tritt insbesondere auf, wenn das Wasser einige Stunden in der Leitung stagniert. Man sollte dieses Wasser nicht trinken, sondern ausspülen, bis es farblos und klar ist. Eine gefüllte, klare Flasche zeigt gegen einem weißen Hintergrund betrachtet keine Färbung oder Schwebstoffe. Dann ist das Wasser auf wieder trinkbar. Tritt braunes Wasser öfter auf, muss die entsprechend Leitung identifiziert und ausgetauscht werden.
Ja, denn Wasser in Bleileitungen überschreitet schon nach kurzer Stagnation den Trinkwassergrenzwert von 0.010 mg/l. Grund ist, dass Blei gesundheitsgefährlich ist, sich im Körper einlagert und die Nervenzellen angreift. Besonders gefährdend sind Babys und Kleinkinder, weshalb diese aus Bleileitungen kein Wasser trinken sollen. Ansonsten gilt es, vor jeder Wasserabnahme ergiebig zu spülen. Nach der Trinkwasserverordnung sind Bleileitungen bis zum 12.01.2026 zu entfernen oder stillzulegen. Man kann freiliegende Bleileitungen erkennen: Sie sind grau, zeigen keinen Rost, meist hängen sie etwas durch, an den Lötstellen sind sie bauchig und lassen sich schon mit dem Messer ritze, wobei blankes Metall sichtbar wird. Meist wurden sie früher in Gebieten mit weichem Wasser eingesetzt.
Nein, denn Trinkwasser, das längere Zeit in einer Leitung gestanden hat, nimmt chemische Stoffe aus dem Material auf. Bei Metallleitungen gehen durch Korrosion Metallionen ins Wasser über, bei Kunststoffen sind es gelöste Zusatzstoffe. Da nicht alle Stoffe geschmacklich auffallen, sollte man das Wasser nach Stagnation über Nacht ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kühl ist. Auch nach mehrtägiger Abwesenheit sollten alle Trinkwasserleitungen gut durchgespült werden.
Abgefülltes Trinkwasser sollte gekühlt und innerhalb von 24 Stunden verbraucht werden, da es sonst verkeimen kann.
Trinkwasser kann im Kühlschrank gekühlt werden, sollte aber nach spätestens 24 Stunden erneuert werden. Trinkwasser ist zwar keimarm, aber nicht keimfrei. Auch im Kühlschrank vermehren sich die Bakterien, wenn auch aufgrund der niedrigeren Temperatur langsamer. Zudem können Kunststoffgefäße Stoffe in geringen Mengen an das Wasser abgeben, die das Wachstum von Keimen begünstigen. Daher sollte man frisches Wasser bevorzugen. Das gilt auch für mit Kohlendioxid gesprudeltes Wasser, wenngleich die Situation hier etwas günstiger ist, da Kohlensäure im Wasser bakteriostatisch wirkt und somit die Vermehrung hemmt.
Die Wasserversorger liefern Wasser, das der Trinkwasserverordnung genügt. Es ist jedoch nicht steril und enthält mehr oder weniger Keime, die dem Menschen im Normalfall nicht schaden. Werden jedoch Milchpulver oder Teeinstantpulver mit diesem Wasser zubereitet, kann es schnell zu einer Aufkeimung kommen. Deshalb sollte für Babynahrung aufgekochtes Wasser verwendet werden. Zudem sollte sichergestellt werden, dass kein Stagnationswasser (stehendes Wasser aus der Trinkwasserinstallation) verwendet wird. Dazu sollte man das Wasser so lange ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kühl ist.
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